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Yoga für Kinder                                                               Sahib Kaur Saß

Wieso Yoga mit Kindern?

Es hat sich herausgestellt, dass das Üben von Yoga wertvolle positive Effekte auf Erwachsene aber auch gerade auf Kinder hat.

Als wissenschaftlich abgesichert gelten folgende Indikationen:

  • Stressreduzierung (Stück 1998)

  • Angstabbau (Telles et al. 1997)

  • Muskulärer Haltungsaufbau (Gharote 1976; Moorthy 1982, 1983; Savic et al.1990)

  • Kraft und Ausdauer (Bera et al. 1993)

  • Gedächtnistraining (Telles et al.1994)

  • Emotionale Stabilisierung (Gharote 1971)

  • Kognitive Leistungen (Sahasi 1983,1984; Naveen et al. 1997)

  • Intelligenzentwicklung (Uma et al. 1989)

  • Asthma (Jain et al. 1991)

  • Sozialverhalten (Uma et al. 1989)

  • Yoga ist in allen deutschen Schulformen einsetzbar (Augenstein 2002)

Da im Yogaunterricht dem Bewegungs- und Spieldrang entgegengekommen wird, bietet sich hier eine wundervolle Gelegenheit zur ganzheitlichen Förderung.

Ganzheitlich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass im Yoga, wie es auch seinem Wortstamm entspricht1, verbunden wird. Durch die Körperübungen (Asanas), die Atemübungen (Pranayama) und die Meditation (Dhyana) werden Körper, Geist und Seele miteinander verbunden, was dem yogischen Ansatz eines vollständigen und glücklichen Menschen entspricht.

Praxis

Anforderungen an den/die Kursleiter/in

Als AnleiterIn von Kinderyoga-Stunden ist es zwingend notwendig, selbst über Yogaerfahrung zu verfügen. Sei es durch den Besuch angeleiteter Yogastunden, selber Üben zu Hause oder eine fundierte Yoga-Ausbildung. Dazu kommt die Freude im Umgang mit Kindern, gute Nerven und ein großes Herz.

Yogaregeln

  • Alle dürfen mitmachen. Niemand muss mitmachen, wenn er nicht möchte, auch   einzelne Übungen.
  • Niemand wird in irgendeiner Form unter Druck gesetzt, eine Asana oder anderes zu machen.
  • Es findet nur positive Verstärkung statt.
  • Kranke Kinder bleiben zu Hause.
  • Direkt vor dem Yoga nicht mehr essen.

Aufbau einer Kinderyogastunde

Ankommen: Alle setzen sich in einen Kreis.

Bei der ersten Stunde, und wenn es nötig ist, sagt jedes Kind seinen Namen und sein Lieblingstier, Farbe etc.

Einstimmen: Im Kundalini Yoga ist es üblich, sich mit dem Mantra: "Ong Namo Guru Dev Namo" einzustimmen. (Ich verbeuge mich vor meinem inneren Lehrer, der sich überall widerspiegelt.)

Wenn der Umgang damit schwer fällt, oder das Umfeld der Kinder das Singen von Mantras ablehnt, möge man sich ein anderes Lied auswählen, das Singen am Anfang ist jedoch wichtig, da es die Gruppenenergie harmonisiert.

Yogaübungen: Der Anteil der Asanas beträgt zwischen einem Drittel bis der Hälfte der Unterrichtsdauer. Als Vehikel für die Asanas werden Yogageschichten, Yogakarten, Memories usw. verwendet. Der Phantasie des Lehrers und der Gruppe sind hier keine Grenzen zu setzen!

Zeiträume dazwischen: Es ist nicht notwendig, dass die Asanas an einem Stück gemacht werden, es gibt hier die Möglichkeit, beliebige Spiele wie Fangen oder Ticken einfließen zu lassen. Sehr beliebt ist es, einige Minuten Zeit zu bekommen, um irgendetwas Unbestimmtes zu tun. Der/die Lehrer/in kann sich in dieser Zeit im Sitzen entspannen oder sich einzelnen Kindern zuwenden, die seine/ihre Nähe suchen. Dies ist ein guter Zeitpunkt zum Kuscheln und Kitzeln. Für einen erfolgreichen Unterricht ist es unerlässlich, eine sehr gute Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Die Basis zwischen Lehrerin und Kindern ist die der Freundschaft und des gegenseitigen Respekts. Dieses Verhältnis erwächst aus Vertrauen und schönen Momenten, die man gemeinsam erlebt.

Entspannung: 2-11 Minuten, je nach Ausdauer der Kinder. Es ist wichtig, auch hier die Kinder nicht zur Ruhe zu zwingen.

Meditation: Die Meditationsdauer wird in der Regel von den Kindern bestimmt, sie machen nicht mehr mit, wenn sie keine Lust mehr haben. Selbst eine Dauer von 1 Minute kann als voller Erfolg gewertet werden! Es ist empfehlenswert, einen Timer zu benutzen, um den Zeitraum exakt zu bestimmen, den die Kinder durchgehalten haben, um ihn dann von Mal zu Mal auszuweiten und zwar so, dass die Kinder die Ausdehnung ihrer Ausdauer mitverfolgen können. Dies bietet einen interessanten Anreiz und große Freude, wenn der eigene Fortschritt beobachtet wird.

Sowohl zur Entspannung als auch zur Meditation kann mit dem Ausmalen von Mandalas gearbeitet werden.

Ausstimmen: Zum Ende wird drei mal "Sat Nam" gechantet. (beim Kundalini Yoga)

 

© Sahib Kaur Saß

 

Meditieren macht glücklich!

Sahib Kaur Saß
Tel.: 040/29 89 83 29
sahibkaur(at)web.de